Donnerstag, 16. August 2007Neue Worte braucht das web (Update: Mit Krimi!)
Machmal kommen einem ja einfach so, zum Beispiel wartend an der Bushaltestelle, neue Worte in den Kopf.
Mir fiel heute "Schweinereivermeider" ein. Und ich dachte mir: Sicherlich hat noch nie zuvor ein Mensch diese vorzügliche Wortkombination gedacht oder gar benutzt. Ein schneller Blick auf Google überzeugte mich: keine Treffer. Nur: Was macht man nun damit? www.Schweinereivermeider.de reservieren? Als Marke anmelden? Und dann? Und vor allem: Wozu? Schon tragisch, wenn die eigene Kreativität einem nicht dabei hilft, Geniales zu erschaffen, Weltprobleme zu lösen oder zumindest etwas vermarktfähiges hervorbringt, sondern nur solche Worte wie "Schweinereivermeider". Wobei... Will jemand die Rechte an "Schweinereivermeider" kaufen? Nein? Schade. (Zuerst gepostet am Freitag, 22. Oktober 2004 im Schlussgebet-Blog.) (Gerade gefunden: Ein Herr Björn Hill hat den Beitrag beinahe wortwörtlich geklaut un am 8. Februar 2007 veröffentlicht. In Grund und Boden klagen? Abstimmung in den Kommentaren. Meine Stimme dafür.) Mittwoch, 15. August 2007Perfide
(Anmerkung vorab für die Jüngeren unter den Lesern: Hans Eichel war mal Finanzminister, damals.)
Ich werde von Hans Eichel verfolgt. Ehrlich. Seit Tagen schon entdecke ich immer wieder Hans Eichel. Im Auto an mir vorbei fahrend. In der Fußgängerzone. Weiter vorne an der Kasse. Ein zweiter Blick überzeugt mich dann immer davon, dass es sich nur um eine Hans Eichel mehr oder weniger entfernt ähnlich sehende Person handelt, aber der Schock sitzt jedesmal tief. Und ich begann zu grübeln. Das kann doch kein Zufall sein. Meine geistige Gesundheit in Frage zu stellen fällt mir naturgemäß recht schwer, also muss eine andere Erklärung her. Ich sehe einen Plan: Die Bundesregierung, schon lange klamm, versucht säumigen Steuerzahlern und gemeinen Steuerhinterziehern ein schlechtes Gewissen zu machen. (Nicht das ich mich zu einer dieser Gruppen zugehörig fühlen müsste.) So werden wohl offensichtlich Hans-Eichel-Lookalikes unters Volk geschickt, immer gehäuft auftretend, um Verfolgswahn unter denen hervorzurufen, die dem Staate Geld schulden. Ich warte ja nur darauf, das Hans sich irgendwann mal umdreht, auf einen Passanten zeigt und ruft: "Haltet ihn, er ist ein Steuerhinterzieher!" Ich würde nichts unversucht lassen, diesen Schurken am Kragen zu packen. Damit der Spuk endlich ein Ende hat. (Veröffentlicht am Freitag, 22. Oktober 2004) Dienstag, 14. August 2007Ein fantastisches Märchen
Es war einmal ein kleiner Junge mit einer im wahrsten Sinne des Wortes fantastischen Gabe. Es war ihm möglich, mit der Kraft seiner Fantasie, sein Leben immer zu seinen Gunsten umzugestalten. So erträumte er sich in der Schule einfach immer die guten Noten, die er in Wirklichkeit nie hatte, verwandelte sein kleines Holzauto in ein schick glänzendes Ferrari-Modell und hatte ungeachtet des Wetters immer Sonnenschein im Gesicht.
Eine solche Gabe, so dachte der kleine Junge bei sich, darf nicht verschwendet werden. Und er sinnierte über Möglichkeiten nach, sein Talent einsetzen zu können. Da ihm Dreh- oder Kinderbuchautor zu profan erschien, beschloss er, die Welt mit der Macht der Fantasie von allem Übel zu befreien. Das größte Übel zu der Zeit aber hieß Rachnokrim und war ein furchterregender, roter, riesiger Drache, der in einer Höhle nahe der Heimatstadt des kleinen Jungen lebte. Also machte dieser sich auf, den Drachen zu besiegen. Als er nun in die Höhle des Drachen stapfte, klopfte das Herz des kleinen Jungen gar fürchterlich, und als er dann auch noch das Gebrüll des Drachen hörte (der gerade in einer mächtigen Brüll-Stimmung war) fühlte er sich fast wie gelähmt. Aber der kleine Junge besann sich seiner Gabe und trat dem furchterregenden Drachen mutig entgegen. Als der kleine Junge dem Drachen immer näher kam, erkannte er Kraft seiner Fantasie, dass da gar kein furchterregender roter Drache im Dunkel der Höhle lag, sondern nur ein weiches, kuschliges, rotes Plüchsofa, auf dem es sich der kleine Junge sofort bequem machte. Der Drache aber erkannte, dass er selbst völlig fantasielos war und biss dem kleinen Jungen den Kopf ab. (Zuerst veröffentlich am Donnerstag, den 10. Februar 2005)
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